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„Wir wollen die Krise auch als Chance begreifen“ |
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Jahreshauptversammlung in Chemnitz: UV-Präsident Hartmut Bunsen benennt Maßnahmenkatalog – Ministerpräsident Stanislaw Tillich zeigt sich optimistisch
Präsident Hartmut Bunsen nutzte die Jahreshauptversammlung des Unternehmerverbandes Sachsen am 08. April 2009 in der Villa Esche in Chemnitz, um über Probleme und Chancen der mittelständischen Unternehmen zu reden, die Marktsituation zu analysieren und zu beleuchten, was Unternehmer selbst tun müssen, um ihre Unternehmen am Markt zu halten. Der scheinbar unaufhaltsame Fortgang der Globalisierung habe die Illusion genährt, dass große Wirtschaftskrisen der Vergangenheit angehören. Aber schon seit ein paar Jahren hätten Wirtschaftsexperten davor gewarnt, dass der Aufschwung der jüngsten Vergangenheit zu großen Teilen eine Scheinblüte sei, die durch eine Aufblähung der Geldmenge auf Kosten immer ungesunderer Wirtschaftsstrukturen getragen werde. „Ich habe mich in den letzten Wochen intensiv mit Analysen von Wirtschafts- und Finanzexperten zur Entstehung und Auswirkungen von Krisen beschäftigt, um wenigstens ein wenig zu verstehen was zur Zeit passiert, aber auch um zu überlegen, welche möglichen Überlebensstrategien es für uns und damit vor allem für unseren deutschen Mittelstand gibt.“
Maßnahmen für Plan B
„Ich bin der Meinung, dass sich die Bundesregierung nicht als unfehlbare staatlich geprüfte Unternehmerin aufspielen sollte und halte von der Verstaatlichung großer Konzerne nichts, denn dann haben wir neben den kommunalen Konzernen, die uns zum Teil schon einen ungleichen Wettbewerb liefern, auch noch die Staatskonzerne. Ich glaube aber, dass jedes Bundesland für sich entscheiden muss, wie man größere Unternehmen eventuell durch zeitlich begrenzte Beteiligungen am Markt halten kann, den sie sichern nicht nur tausende von Arbeitsplätzen, sondern sichern auch die Aufträge für den Mittelstand – egal ob für Zulieferer oder Dienstleister. Aber wir sind Unternehmer und wir sollten alles tun, um uns auf diese Krise vorzubereiten, um dann möglichst noch einen Plan B zu haben“, fordert Hartmut Bunsen. „Analysieren Sie Ihren Markt und bauen Sie entsprechende Vertriebsstrukturen auf. Führen Sie ein konsequentes Kostenmanagement durch. Passen Sie Ihre Unternehmensfinanzierung an Ihre strategischen Ziele an. Wählen Sie sich mehrere zuverlässige geeignete Bankenpartner und qualifizieren sie Ihren kaufmännischen Bereich so, dass er sich mit dem Standard Ihrer Bank vertraut macht. Legen Sie Ihr Festgeld möglichst sicher an. Nutzen Sie bei der Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital insbesondere die Sondermittel von Bund und Ländern, hier finden Sie auch bei uns professionelle Beratung. Bauen Sie sich ausreichende Liquiditätsreserven für auslastungsschwache Zeiten auf. Diese müssen nicht mit einer Krisensituation zusammenhängen, sondern dies kann auch eine schwierige Marktsituation in der jeweiligen Branche sein. Nutzen Sie in auslastungsschwachen Zeiten die Angebote von Kurzarbeit in Zusammenhang mit weiteren Qualifizierungen Ihrer Mitarbeiter. Versuchen Sie, als Unternehmer in Ihrem Unternehmen Optimismus zu verbreiten. Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter weiterhin voll motiviert sind. Versuchen Sie beim Wegbrechen von Auftraggebern neue Nischen zu entdecken und passen Sie Ihre innovativen Produkte schnell den Anforderungen des Marktes an“, zählte der UV-Präsident Maßnahmen gegen die Krise auf.
Nach jeder Talfahrt Aufschwung
„Wir wollen die Krise auch als Chance begreifen. Es muss wieder der Wert der Arbeit zählen, der Wert der Produkte, die unsere Unternehmen schaffen, auch wenn weiterhin vieles in Billiglohnländer ausgelagert wird. Wir können in Deutschland auf unseren Ideenreichtum, auf unsere Innovation setzen, auf unsere Facharbeiter, Ingenieure und Wissenschaftler sowie nicht zuletzt auf unseren starken Mittelstand“, hebt Hartmut Bunsen hervor. „Wir sind flexibel und anpassungsfähig, bei uns liegt das Potenzial, mit der unser Land die Rezession meistern kann. Denn das hat die Geschichte bewiesen, nach jeder Krise folgt wieder ein Aufschwung, das gelingt aber nur durch harte Arbeit, kreative Ideen, schlanke Strukturen und flexible Anpassung an den Markt. Die Besten werden überleben, Billiganbieter und Hasardeure werden auf der Strecke bleiben, der Markt wird eine Bereinigung erfahren und wir wollen versuchen, Sie zu unterstützen, damit Sie beim nachfolgenden Aufschwung mit dabei sind.“
Soziale Marktwirtschaft funktioniert
Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich betonte in seiner Rede, dass der Staat nicht der bessere Unternehmer sei. Hier heiße es auf der Hut zu sein. „Wenn der Staat Unternehmen hilft, kann das nur ein einmaliger Impuls sein. Wenn ich einige höre, kann ich nur davor warnen, jetzt die Geister zu rufen, die wir später nicht mehr loswerden. Klarere Regeln sind sicherlich notwendig. Aber es ist auch eindeutig: Die soziale Marktwirtschaft funktioniert, und wir können auf sie vertrauen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist eine Herausforderung nicht nur für Deutschland, sondern für Europa. Wir erleben im deutschen Mittelstand gerade einen Generationenwechsel an der Spitze der Unternehmen. Eine neue Generation von Unternehmern übernimmt Verantwortung in einer sehr schweren Zeit. Ich bin mir sicher: Diese Generation wird die Feuertaufe bestehen, auch weil Bund und Länder geschlossen und entschlossen handeln und diese Unternehmen unterstützen. Ich vertraue unseren Unternehmern deshalb, weil sie mit ihrem ganzen Geschick, ihrem ganzen Mut, ihrer Entschlossenheit und ihrem Verantwortungsbewusstsein dafür kämpfen, das zu erhalten und fortzuführen, was Generationen vor ihnen aufgebaut haben. Der Mittelstand in Sachsen ist stark. Deswegen bin ich überzeugt, dass wir auch diese Situation meistern werden.“(Gesamter Beitrag in der UV Aktuell Mai)Artikel vom: 27.04.2009 ...zurück
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