GESAMTVERBAND REGION CHEMNITZ REGION DRESDEN REGION LEIPZIG
Ansprechpartner Onlineservice Archiv Sitemap
07. September 2010
"Private Kliniken auf dem Vormarsch“
HELIOS Klinik Borna: Unternehmergespräch über Krankenhauslandschaft der Zukunft

Über 40 Wirtschaftsvertreter folgten der Einladung des Unternehmerverbandes Sachsens und des Vereins „Gemeinsam für Leipzig“, um in der HELIOS Klinik Borna das Thema „Gesundheitswesen, im speziellen die Krankenhauslandschaft, als wichtiger Faktor für eine funktionierende Infrastruktur“ zu diskutieren. „Mit Blick in die Zukunft wird es immer mehr private Kliniken geben“, sagte Andrea Fischer, Staatssekretärin im Sächsischen Sozialministerium. „Ich halte eine gute Mischung aus kommunalen, gemeinnützigen und privaten Krankenhäusern für sinnvoll, damit man vergleichen kann. Allerdings sind die privaten Kliniken auf dem Vormarsch, weil viele Kommunen sich eigene Krankenhäuser nicht mehr leisten können.“ Privat heiße in diesem Zusammenhang jedoch nicht freie Marktwirtschaft, erläuterte sie weiter. Politik, Beitragszahler, Krankenkassen und Kliniken seien in einem komplizierten Geflecht verbunden. Und es gebe einen klaren Versorgungsauftrag, der im europäischen Vergleich sehr umfangreich sei. Dr. Mathias Reuschel, Präsident von „Gemeinsam für Leipzig“ und UV-Vizepräsident, fasste zusammen, dass dauerhafte Qualität ohne privates Investment nicht mehr möglich sei und kommunale Kliniken eine so hohe Eigenkapitalquote wie beispielsweise die HELIOS-Kliniken nicht aufbringen können. „Ein schwer kalkulierbarer Markt, jedoch sehr interessant“, meinte der Unternehmer mit Blick auf die Krankenhauslandschaft.
In der Diskussion wurde die Frage laut, ob es Unterschiede zwischen der Betreuung von Kassen- und Privatpatienten gebe. Diese Frage wurde mit Nachdruck verneint. Zum einen wären nur zwei Prozent der Patienten privat versichert und unter medizinischen Aspekten und im OP seien alle gleich, hob Dr. Roland Bantle, Geschäftsführer der HELIOS-Kliniken Leipziger Land, hervor. UV-Präsident Hartmut Bunsen hinterfragte die Auftragsvergabe, da es für viele Dienstleister und kleine Unternehmen aus der Region wichtig sei, Kunden wie die Helios-Kliniken zu haben. „Aufträge, die wir selber finanzieren, können wir auch frei vergeben. Dabei setzten wir ausschließlich auf regionale Anbieter“, sagte Dr. Roland Bantle. Ein Fachkräfteproblem, wie in vielen anderen Branchen, kenne man nicht, beantwortete der Geschäftsführer eine weitere Frage. „Zu uns kommen junge Ärzte, weil sie von unseren Chefärzten lernen wollen und vielfältige Weiterbildungschancen haben. Darüber hinaus sind wir dafür bekannt, dass in unseren Häusern das Klima stimmt und das Gehalt auch.“
Dr. Roland Bantle nutzte den Abend zusammen mit Franz Dietrich Gahrmann, Prokurist der HELIOS Kliniken GmbH, um das moderne Krankenhaus in Borna vorzustellen. Die Helios-Gruppe, die inzwischen zum Konzern Fresenius gehört, übernahm 1998 die beiden Kliniken in Borna und Zwenkau. Damals hatten die beiden Häuser ein schlechtes Images, kein Geld für Investitionen und Chefärzte kurz vor dem Ruhestand. Die Bevölkerung reagierte sehr verunsichert auf die Privatisierung. Heute beweisen die Zahlen, dass damals der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt worden war. Bisher wurden beide Häuser für 68 Millionen Euro saniert und modern ausgestattet, davon flossen knapp 30 Millionen Euro Eigenmittel. Es gibt eine neue Chefarzt-Riege. Die Kliniken behandeln pro Jahr 20.500 stationäre Fälle und bieten Leistungen an, die für diese Krankenhausgröße überdurchschnittlich sind. Das Einzugsgebiet vergrößert sich daher ständig mit rund 60.000 Patientenkontakten pro Jahr. Die strategischen Ziele der HELIOS-Kliniken fasste Dr. Roland Bantle in vier Punkten zusammen: Steigerung des Patientennutzens, Ausbau des Wissens, Wirtschaftlichkeit und Wachstum. Informationen im Internet unter www.helios-kliniken.de

Artikel vom: 20.02.2009


...zurück

IMPRESSUM © 2004 Robby Palmér All rights reserved.