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07. September 2010
Fachtagung in Chemnitz
„Sozialverantwortung in KMU: Wirtschaftliche Notwendigkeit oder Sozialgehabe?“

Auf große Resonanz stieß im Mai die Fachtagung im Klinikum Chemnitz zum Thema „Sozialverantwortung in KMU: Wirtschaftliche Notwendigkeit oder Sozialgehabe?“. Organisiert durch den UV Sachsen, Region Chemnitz, in Kooperation mit dem VDK Sozialverband Sachsen beantwortete UV-Geschäftsführer Rüdiger Lorch als erster Redner die gestellte Frage und zeigte auf, dass dem Mittelstand seine Verantwortung bewusst ist: „Soziale Verantwortung ist Thema des Mittelstandes nicht aufgrund gesellschaftlicher Opportunität oder Selbstdarstellung sondern aufgrund der traditionellen Besonderheiten mittelständischer Unternehmen und zunehmend als klares wirtschaftliches Erfordernis. Viele Verbandsmitglieder engagieren sich in ihrem regionalen oder lokalen Umfeld weit über den Kern ihres unternehmerischen Ansatzes hinaus. Ohne die Unterstützung von Sponsoringleistungen würden in Sport und Kultur sowie im sozialkarikativen Bereich viele Projekte nicht oder nur eingeschränkt stattfinden“, hob er hervor. „Die Ursache hierfür ist leicht beschrieben. Der mittelständische Unternehmer arbeitet nicht nur in der Region, sondern lebt auch in dieser und entwickelt somit einen ganz eigenen Anspruch an seine soziale Verwirklichung. Neben diesem menschlichen Aspekt steht aber zunehmen ein wirtschaftliches Erfordernis. Die Anwerbung, Integration und vor allem die Erhaltung eigener Fach- und Führungskräfte wird in Zukunft über die Entwicklungsmöglichkeiten der Unternehmen entscheiden.“ Als Beispiele für täglich gelebte soziale Verantwortung nannte Rüdiger Lorch Heimarbeitsplätze für Schwangere, frühe Reintegration durch ein geeignetes Arbeitsumfeld, Betriebskindergärten, die Schaffung echter Behindertenarbeitsplätze, eine mitarbeiterorientierte Unternehmensphilosophie und gelebte Familienfreundlichkeit.
Im Rahmen der Tagung stellen Unternehmer ihre Arbeit vor und boten damit anschauliche Beispiele, wie soziale Verantwortung im Alltag umgesetzt werden kann. „Das Klinikum Chemnitz trägt als großer regionaler Arbeitgeber soziale Verantwortung. Unser Engagement reicht deshalb weit über die reine medizinische Betreuung und Krankenpflege hinaus. Neben der Qualitätssteigerung im medizinischen und pflegerischen Bereich ist eine familienfreundliche Unternehmenskultur Voraussetzung, die künftigen gesellschaftlichen Anforderungen erfolgreich zu meistern. Wir setzen Maßnahmen zur besseren Vereinbarung von Berufstätigkeit und Familienleben aktiv um. Dabei werden alle Altersgruppen, von Kleinkind bis Senior, einbezogen“, erläuterte Dr. Ute Dornheim, Verwaltungsdirektorin der Klinikum Chemnitz gGmbH. „Zu den Angeboten zählen unter anderem Betriebskinderstätten, Seniorenbetreuung, Altersteilzeit, Gesundheitsförderung und die Beschäftigung von Menschen mit einer Behinderung.“
Auch Ekkehard Seyfert, Geschäftsführer der SMK Röhrsdorf GmbH, berichtete von seinen guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Menschen mit einer Behinderung.
Die MEGWARE Computer GmbH aus Chemnitz wurde von Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet. „Bei uns besteht eine enge Partnerschaft zwischen Mitarbeitern und Geschäftsleitung. Ein flexibles Arbeitszeitmodell auf Vertrauensbasis schafft außerdem eine besonders hohe Leistungsbereitschaft. Wir haben eine überdurchschnittliche Geburtenrate sowie einen schnellen Widereinstieg nach der Elternzeit. Wir unterstützen unserer Familien zum Beispiel durch einen Betriebskindergarten“, erläuterte Geschäftsführer Dirk Viertel.
In seiner Auftaktrede hatte Rüdiger Lorch hervorgehoben, dass sich soziale Verantwortung nicht nur durch die Mobilisierung unternehmerischen Engagements ausdrücke, sondern auch durch andere aktive Partner wie die Kommunen und durch die Landes- und Bundespolitik. In diesem Zusammenhang hob Simone Wenzler, Referatsleiterin im Sächsischen Staatsministerium für Soziales hervor, dass die Wirtschaft unbedingt ins Boot geholt werden müsse, es in Sachsen aber auch schon seit Jahren eine engagierte Familienpolitik gebe: „Oberstes Ziel muss sein, dass Eltern die Wahl haben, ihr Leben selbst einzurichten“, betonte sie und sagte mit Blick in die Zukunft, dass Erziehung, Bildung und Betreuung wichtige Bedingungen für gute Fachkräfte seien.
Der Chemnitzer Jugendamtsleiter Holger Pethke brachte auf den Punkt, dass sich die Chemnitzer Stadtverwaltung Sozialkompetenz schon immer auf die Fahnen geschrieben habe. „Wir können in Chemnitz fast eine Vollversorgung verzeichnen. 96 Prozent aller Kinder gehen in einen Kindergarten oder Hort.“ Ausgewählte Programme zur Projekt- und Personalförderung stellte Ursula Duvier, Geschäftsführerin der Duvier Consult GmbH Chemnitz vor und rundete mit ihren Ausführungen die vielfältigen Themen der Fachtagung ab.

Artikel vom: 26.06.2008


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